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Bergsehnsucht Copy1000 in Dieses Foto habe ich letzten September an der Wildpsitze im Ötztal aufgenommen. Morgens um 6 Uhr waren die Schafe sehr erstaunt mich schon als ersten Wanderer zu entdecken. Sie liesen sich dann auch zu einer kleinen Fotosession überreden.

So langsam kommt Sehnsucht bei mir auf wieder einmal loszuziehen ..

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    Mittlerweile schaut die Sonne schon über den Bergkamm von dem wir abgestiegen sind. Im Gänsemarsch geht es bei klarem blauem Morgenhimmel links um den Berg herum eine ¾-Stunde bergab, bis wir in zunehmender Wärme Richtung Laufbachereck aufsteigen.

    Die Sonne brennt nun erbarmungslos auf uns nieder. Der Anstieg zum Laufbachereck wird zunehmend steil und anstrengend. Auch unser Tempo ist seit wir die Nacht hinter uns gelassen haben richtig flott geworden. Keine Spur mehr von dem gemächlichen Tempo der Nacht. Auf dem Laufbacher-Eck wieder eine kurze Rast und ab geht’s Richtung Nebelhorn. Der Weg dorthin wechselt zwischen lockerem Wanderweg bis zu kurzen mit Seilen versicherten Passagen. Am Himmel ziehen immer mehr Schönwetterwolken auf, die uns ab und zu angenehmen Schatten spenden.

    Um 13 Uhr laufen wir auf dem Edmund-Probst-Haus ein. Wir sind ja angekündigt und deshalb geht es Ratz-Fatz mit dem Salat und den Spaghetti. Da ich vor dem Servieren noch schnell dafür sorge, dass meine Spaghetti mit Parmesan, statt mit Fleischsoße kommen, bin auch ich als Vegetarier zufrieden und kann mir ohne Sorge den Magen füllen. Der Service war klasse hier – das ging echt schnell.

    Mancher überlegt, ob er weiter laufen soll. Unser Kamerad aus Aitrach bei Memmingen zieht es vor mit der Bahn nach Oberstdorf abzufahren und seine Frau mit dem Handy als Taxi zu alarmieren. Wer solche Vorhaben wie wir unternimmt, muss auf seinen Körper achten – also eine weise Entscheidung von ihm.

    Nun steht unser Team für den Endspurt Richtung Hindelang. Noch einmal schnell durchgezählt und wir laufen bei meist bedecktem Himmel über die Hochebene Koblat entlang des Hindelanger Klettersteigs. Wer meint eine Hochebene sei flach, wird schnell eines Besseren belehrt. Ein paar Höhenmeter rauf, ein paar Höhenmeter runter, ein paar Höhenmeter rauf….

    Es zieht sich bis zum Emeratsgundsee. Immer öfter taucht die Frage auf: Wie viele Stunden haben wir denn noch? 3 oder doch noch 5 Stunden? Wolfgang lässt es offen. Ein letzter Anstieg und es geht jetzt erstmals seit langem länger bergab. Das Tempo ist immer noch sehr zügig und jeder denkt wohl innerlich wie es wäre, wenn jetzt das Ziel schon zu sehen wäre. So langsam beginnen die Beine und Füße zu brennen und von angenehmem Laufen kann man nicht mehr sprechen. Die Schuhe ausziehen und die Füße in einem Bergbach kühlen, das wäre es jetzt.

    Wir erreichen erstmals wieder die Baumgrenze. Laufen teils im Wald, teils über Almwiesen mit Vieh hinab. Eine letzt kurze Pause und dann geht es steil bergab auf einem schottrigen Versorgungsweg und endlich sind wir im Talboden. Einer lässt sich das steilste Stück mit dem Auto fahren – die Knie machen nicht mehr mit bergab.

    Müde laufen wir talauswärts Richtung Hinterstein. Die Sonne kommt wieder mehr zum Vorschein und auch die Bremsen scheinen sich an uns ein Abendessen ausgesucht zu haben.

    Durch die nächtlichen Verzögerungen sind wir eine gute Stunde im Verzug. Wolfgang hat die glorreiche Idee, dass wir die Strecke nach Hindelang mit dem Auto etwas verkürzen, so dass es nur noch etwa eine halbe Stunde zu Laufen ist. Keiner ist böse und so werden wir von Wolfgangs Freundin und einem zweiten Wagen in Etappen näher ans Ziel gebracht – das ist eine echte Erleichterung gewesen, sonst hätte sich der Weg durchs Hintersteiner Tal zurück schon arg gezogen und wären kaum vor 20 Uhr eingetroffen. Die Nacht hat einfach zu viel Zeit gekostet.

    An der letzten Brücke über die Ostrach halten wir noch ein letztes Mal an und vor dem letzten Kilometer gehen die zwei Flaschen Wein reihum, die uns die Wirtin vom Probsthaus geschenkt hat. Wer will, kann sich hieran laben. Die letzten Meter gehen wir gemeinsam in der Gruppe schnell zum Ziel beim Gasthof “Zum Wiesengrund”. Jeder freut sich über die geschaffte Leistung. Wir dürfen unser Finisher-T-Shirt in Empfang nehmen und die Wirtsleute vom “Wiesengrund” haben schon für Speis und Trank gesorgt.

    Ich werfe meinen Rucksack ins Auto. Befreie mich von den Bergschuhen – welch eine Wohltat. Auf der Wiese vor dem Gasthaus sind Tische und Stühle und ein Grill mit Buffet aufgebaut. Alle Bergkameraden sitzen müde aber froh beisammen. Ich lade mir einen großen Salatteller auf und trinke ausreichend.

    Nun kommt die Müdigkeit der Nacht langsam zum Tragen, die Augen werden schwerer. Nur nicht zu lange sitzen – ich kennen das ja von diversen Ultras – sonst kommst Du nicht mehr hoch. Ich verabschiede mich von meinen Mitstreitern bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr und bin dann gegen 21:45 mit dem Auto wieder zu Hause, wo mich meine Frau Anke schon sehnsüchtig in Empfang nimmt.

    Die 24-Stunden waren eine wunderschöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Vom Zeitgefühl her, kam es mir vor, als wäre ich mindestens eine Woche unterwegs gewesen, so intensiv habe ich diesen Tag empfunden. Man kann sich nicht vorstellen, daß man erst am Abend zuvor gestartet ist. Man geht vollkommen im Augenblick auf, es gibt kein Gestern oder Morgen mehr, nur der nächste Schritt zählt – für mich gelebte Präsenz.

    Markt Rettenbach / Engetried am 13.08.06

    In Teil 4 folgen die schönsten Bilder … freut Euch darauf.

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    Plötzlich bleiben 3 Lichter im Dunkel zurück. Wir bemerken das schnell. Roland hat arge Knieprobleme. Ihn plagen Krämpfe und Schmerzen unter den Kniescheiben und auch seine Kondition lässt nach. Nach kurzem Beratschlagen gehen zwei unserer Bergwachtler mit Roland zurück zur Willersalpe. Dort kann er übernachten und dann morgen ins Tal absteigen.

    Die Nacht ist nun sternenklar und fast völlig dunkel. Wir befinden uns auf der dem Mond abgewandten Seite des Bergkammes. Im Tal kann man die Lichter von Hindelang und Hinterstein erkennen. Die Bergrücken sind als dunkle Silouetten zu erkennen. Zwischen zweien wabert Nebel hindurch.

    Kurz nach Mitternacht erreichen wir den Gaishornsattel. Wieder ein kurzes Päuschen. Bisher war ein T-Shirt und eine kurze Hose sehr angenehm zu tragen, doch nun pfeift ein kühler Wind und ich entschließe mich ein langarmiges Sweatshirt darüber zu ziehen. Ein kurzer steiler Abstieg bringt uns auf den Jubiläumsweg, der unterhalb des Rauhorns entlang führt. Die Schneefelder, die hier noch vor 4 Wochen alles bedeckt hatten sind mittlerweile völlig abgetaut. Von Osten her ist der Mond aufgegangen. Orange eingefärbt steht er nun um etwa 1 Uhr nachts mit 50° am nach Osten hin leicht schlierigen Himmel.

    Meist schweigend wandern wir auf dem Jubiläumsweg Richtung Schrecksee. Außer ein paar blöckenden Schafen, die sich erschrocken über unsere Störung beschweren, herrscht eine himmlische Ruhe. Der leichte Anstieg zum nächsten Sattel zeigt, dass zwei Teilnehmerinnen etwas in Verzug sind. Da jetzt ein gepunkteter Weg rüber zum Schrecksee beginnt, der absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, lässt Wolfgang die beiden hinter sich laufen.

    Der Mond steht hoch am sternklaren Himmel. Da am Mittwoch Vollmond war, ist er noch fast in voller Pracht klar zu sehen. Über die Bergkämme treibt der leichte Wind flache Nebelbänke. Eine teils gespenstische, teils atemberaubende Stimmung wird nur durch unsere Konzentration auf den schmalen Weg gestört.

    Die beiden Frauen aus Potsdam, die sich während ihres Urlaubs im Allgäu kurzfristig für das 24-Stunden-Wandern angemeldet hatten, geben Ihr Bestes. Doch es zeigt sich immer mehr, dass diese Strecke bei Nacht Ihre Fähigkeiten ein wenig übersteigt. Wir können nur zögernd folgen, da die felsigen und zum Teil glitschigen Passagen zum Schrecksee hinüber für die beiden vollen Einsatz erfordern. Hier verlieren wir sehr viel Zeit. Diese wird uns später am Tag noch fehlen.

    Den Schrecksee erreichen wir etwa gegen 4 Uhr morgens und steigen auf zum Lahnersattel. Auf dem Weg dort hinauf entscheiden die beiden Potsdamerinnen, das Feld zu verlassen und bleiben mit einem Kameraden von der Bergwacht zurück. Der Mond steht hoch am Himmel, doch ganz im Osten Richtung Vilsalpsee ist schon ein schwacher Schimmer des nahenden Morgens zu erahnen. Diese nächtliche Stimmung lässt in mir Schauer der Glücks aufkommen – es ist einzigartig, gigantisch schön.

    Der bisher nur schwache Nebel über den Bergrücken wird nun dichter und wir wandern weiter über den Jubiläumsweg in Richtung Prinz Luitpold Haus. Der Weg ist immer wieder mit kurzen felsigen Passagen, die teils mit Seilen versichert sind, durchsetzt. Einmal sehe ich kurz einen kapitalen Hirsch fliehend in den Latschen verschwinden.

    Es ist mittlerweile hell geworden, doch wir Laufen im Nebel. Keine Sonne ist zu sehen. Eine letzte kurze Pause vor dem Aufstieg zur Bockkarscharte. Es ist kurz vor 6 Uhr morgens. Dann geschieht es: Wir laufen bergan und stoßen durch die Nebeldecke – ein atemberaubender Anblick erwartet uns – am wolkenlosen Himmel steht die Sonne über einem Nebelmeer, das sich über den ganzen Horizont nach Südosten hin erstreckt. Allein für diesen Anblick haben sich all die Anstrengungen der letzten Nacht gelohnt.
    Um ein wenig von diesen Augenblicken festzuhalten, schieße ich hier viele Fotos und muss dadurch den Rest der Bockkarscharte mit hohem Tempo hinauf, um den Anschluss an die Gruppe nicht zu verpassen. Die Sonne erwärmt die Luft sehr schnell und der Schweiß fließt in Strömen. Trotz der Pause fürs Fotografieren überhole ich noch ein paar Nachzügler. Endlich oben auf der Bockkarscharte genießen wir den Blick zurück auf das Nebelmeer Richtung Tannheimer Tal und Österreich.

    Auf der noch schattigen Seite lockt das Prinz Luitpold Haus mit dem lang ersehnten Frühstück. Wir steigen gemeinsam die wenigen hundert Höhenmeter hinunter zum Prinz Luitpold Haus. An der Hütte erwarten uns schon einige Neugierige, die um unseren nächtlichen Marsch wissen. Es ist morgens um 07 Uhr und Wolfgang gibt uns Zeit bis 8 Uhr.

    In der Hütte erwartet uns ein für Berghütten sehr aufwendiges und üppiges Frühstücksbuffet. Einige ziehen sich vor dem Frühstück Hüttenschuhe an. Ich starte in voller Montur sofort zum “Berghütten-Carbo-Loading”. Die Hütten-Crew hat extra für uns Kaffee, Milch, Müsli, Brot, Marmelade, Honig, Käse und Zopf bereitgestellt – diesen Extra-Service gibt es natürlich nur für 24-Stundler. Für die “Mainstream”-Esser gibt es auch Schinken mit Rühreiern und Wurst. Mit ein paar Tassen Kaffee und Saft und dazu Müsli plus Brot und Zopf sorge ich dafür, dass mein Magen die nötigen Körner für den kommenden Tag bekommt.

    Nach knapp 40min geht es ab auf die Toilette. Ballast muss abgeworfen werden und ein wenig Wasser im Gesicht schadet auch nicht. Dann gibt es noch zur Feier des neuen Tages ein frisches T-Shirt. Auf die nackten Beine und Arme schmiere ich Sonnencreme mit Faktor 20 – der Tag verspricht heiß zu werden. Schnell den Rucksack umgepackt und schon ist die Stunde, die uns Wolfgang gegeben hat wie im Flug vorbei gegangen. Da war keine Zeit fürs langsam schauen Icon Wink in

    … (Fortsetzung folgt Icon Smile in )

    BEWUSST-NATURNAH-SEIN (Erfahrungsraum Natur)

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    24h W 2006 01a in

    Diesen persönlichen Erlebnisbericht aus 2006 möchte ich gerne mit Euch teilen:

    “Am heutigen Freitagabend ist es nun soweit. Der Start zu meinem ersten 24 Stunden Wandern. Im Winter war ein kurzer Bericht in der Zeitung zu Lesen gewesen, dass im Juli in Hindelang ein 24-stündiges Wandern, von Abend bis zum nächsten Abendin der Gruppe stattfinden wird. Das klang genau nach meinem Geschmack. Per Mail habe ich mir genauere Infos angefordert und mich schon im Februar angemeldet. Anfang Juli fand dann ein kurzes Treffen der Teilnehmer in Hindelang statt. Doch unser erster Termin letzte Woche viel buchstäblich ins Wasser. Darum nun diese Woche ein neuer Versuch.

    Der Nachmittag des 14.Juli 2006 ist schwül im Allgäu … es ziehen von Norden ein paar Gewitterschauer durch. Den Rest des Eintrages lesen »

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